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Daten und Fakten 
Ein kurzer Überblick über die Geschichte des St.-Johannis-Klosters

 

Bereits um das Jahr 1200 wurde das Benediktinerinnenkloster gegründet - möglicherweise auch schon 1196 mit Umzug von Zisterziensermönchen in das Kloster Guldholm. 

Der Nonnenkonvent wurde an die bereits bestehende, romanische Pfarrkirche (Bau spätestens 1170) angegliedert. Die Kirche steht auf einem Granitsockel. Die Außenwände bestehen aus Tuffstein aus der Eifel. 

Bei der Gründung des Klosters lebten hier acht bis zehn Nonnen. Auch später beschränke sich die Zahl der hier lebenden Stiftsdamen auf zehn, nämlich auf neun Konventualinnen und eine Priörin. Aus der frühen Zeit des Klosters ist das mittelalterliches Chorgestühl noch erhalten. Es stammt etwa aus dem Jahr 1240 und befindet sich heute im Remter.

Die ersten schriftlichen Zeugnisses über das Kloster datieren von 1251: In einer Urkunde bestätigt König Abel die Privilegien des Klosters (… ) „dass wir (...) alle Lansten und Bauern von Heereslast, Steuerforderungen und übrigen Lasten und Zahlungen, die aus Königsrecht fließen, befreit haben und dem Kloster die besondere Gnade erweisen, dass seine Lansten und Bauern für ihre Vergehen und Verbrechen niemandem verantwortlich sein sollen, als dem Propst (…).“  

Die eigene Gerichtsbarkeit wurde erst 1853 aufgehoben.

Der religiöse Auftrag der Nonnen lag darin, durch gemeinsame Gebete dem Wohl des Landes zu dienen. Dabei waren sie abhängig von externen Priestern.

Der Konvent wurde von Anfang an durch den Adel gefördert. Dennoch verlief die wirtschaftliche Entwicklung langsam. 1299 und 1487 verursachten Brände erhebliche Schäden, ebenso wie die Kriegseinwirkungen 1357 (Holsteiner / Dänen) und ein schweres Unwetter 1372. Mithilfe von Brandbriefen sammelten die Nonnen Geld für die Instandsetzung ihres Klosters.

Ende des 14. Jahrhunderts verbesserte sich durch Übertragung des Patronats über die Kirche Kahleby (1385) und die damit verbundenen Einnahmen (1464 Erwerb Schaalby) die wirtschaftliche Situation. Weitere Schenkungen im „Schleidistrikt“ östlich vom Haddebyer Noor und in Angeln folgten. 

Nach der Reformation ließ Christian II. die Klöster der Bettelorden auflösen, die  Martin Luther als „Lasterhöhlen des Teufels“ bezeichnet hatte. Aufgrund der engen Bindung des St.-Johannis-Klosters zum schleswig-holsteinischen Adel, konnte seine Auflösung jedoch verhindert werden. 1527 wurde es in ein evangelisches, adliges Damenstift umgewandelt und unter die Aufsicht der Schleswig-Holsteinischen Ritterschaft gestellt. Privilegien und Rechte blieben erhalten. Es diente von nun an der Versorgung adeliger Töchter. Der Klosterpropst verlor sein geistliches Amt - und war von da an Klosterprobst. Auch der Grundbesitz blieb beim Kloster. 

Mitte es 18. Jahrhunderts begann auf Anordnung des dänischen Königs und nach dem Beschluss durch den Konvents der Verkauf der Ländereien:

1749 Verkauf der Ländereien des Vorwerks - Ende der klösterlichen Landwirtschaft.

1876 besaß das Kloster noch etwa 6500 Hektar Land (im Vergleich dazu: Kloster Preetz 22.000 Hektar) in Angeln um die Kirche Kahleby, im Bereich Haddeby, Fahrdorf, Selk und um Jagel.

Insgesamt 84 Bauernhöfe, 147 Katenstellen, 3 Kirchen, Gasthöfe (Krüge). Es gab keine Leibeigenschaft und keine Erbpacht bei den Ländereien.

Verkauf bis auf 5 Hektar durch Klosterprobst Rochus v. Liliencron (1876 - 1908) für ca. 1 Millionen Goldmark. Fast totaler Verlust durch Inflation 1923 und 1948. Nach der Währungsreform waren etwa 7500 DM übrig.

Zahlreiche bauliche Veränderungen der Klausurgebäude. Umwandlung in Wohn- und Wirtschaftsräume für Stiftsdamen und Gesinde. Neue Gebäude auf dem Klostergelände 18. und 19. Jahrhundert. 1885 Abriss des alten Konventsaals. Die Steine wurden für den Bau des neuen Fährhauses in Fahrdorf verwendet.

Bis Ende des 2. Weltkriegs lebten noch Konventualinnen im Kloster. Danach sind  Flüchtlinge in den Räumen untergebracht worden. Die Konventualinnen und die Priörin leben heute nicht mehr auf dem Klostergelände. Die Wohnungen sind vermietet. Dennoch besteht für die Damen ein Wohnrecht im Kloster.

Im ehemaligen Probstenhaus ist das Bibelzentrum der Nordelbischen Kirche untergebracht. 

Die am 18. Oktober 1636 durch Christian IV. erlassene Klosterordnung ist noch immer gültig. Erst 2013 wurde sie durch die Ritterschaft revidiert.